Am 15. Mai fand in der Sankt-Marienkirche ein Mundartvortrag des Heimat- und Kulturvereins statt. Aufgrund des großen Interesses musste die ursprünglich in den Vereinsräumen des Heimat- und Kulturvereins in der ehemaligen Schönbrunner Schule geplante Veranstaltung kurzfristig verlegt werden. Zwischenzeitlich lagen fast 70 Anmeldungen vor. Dank der unkomplizierten Unterstützung der Kirchgemeinde Schönbrunn konnte die Veranstaltung in der Sankt-Marienkirche stattfinden und erhielt dort einen besonders würdigen Rahmen.
Der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Daniel Kästner, begrüßte die zahlreichen Gäste herzlich und betonte die besondere Bedeutung der Mundart: Sie sei weit mehr als nur Sprache – sie sei ein Stück Heimat, Teil der eigenen Identität und ein lebendiges Zeugnis der Geschichte.
Als Referent konnte Dr. Wolfgang Gäßner gewonnen werden, der die Besucher auf eine Reise in das Schönbrunn seiner Kindheit und Jugend mitnahm. Vielen Gästen waren seine Eltern Else und Helmut Gäßner sowie sein Bruder, der Tierarzt Dr. Jürgen Gäßner, noch in guter Erinnerung. Das ehemalige Elternhaus in der Neustadt wird heute von der Familie Bohn bewohnt.

Dr. Wolfgang Gäßner wurde 1944 in Schönbrunn geboren. Später zog es ihn zum Studium nach Leipzig, wo er bis heute lebt. Trotz der räumlichen Entfernung blieb der Kontakt zu seiner Heimat stets bestehen. Umso mehr wurde es von den Anwesenden geschätzt, dass er – trotz seines fortgeschrittenen Alters und der Einschränkungen durch seine Augenkrankheit – die Reise nach Schönbrunn auf sich nahm.
Passend zur Atmosphäre und zu einem der Wahrzeichen des Ortes – dem Brunnen – wurde die Veranstaltung mit dem Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“ eröffnet, das von allen Anwesenden gemeinsam gesungen wurde. Musikalisch begleitet wurde der Gesang von Rita Link auf dem Akkordeon.
Nahezu alle Bänke der Kirche waren mit interessierten Besuchern besetzt. Anschließend begeisterte Dr. Gäßner sein Publikum mit Geschichten und Erinnerungen in Schönbrunner Mundart und ließ vergangene Zeiten lebendig werden.
Zum Abschluss bedankte sich der Heimat- und Kulturverein bei der Kirchgemeinde für die Unterstützung und überreichte als Zeichen der Anerkennung eine Spende in Höhe von 50 Euro.

Die gut besuchte Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an regionaler Sprache, Geschichte und Heimatverbundenheit ist.